Nähanleitung: Color Blocking Pullover

von | Feb 16, 2019 | 6 Kommentare

Überall verfolgen sie mich, auf allen Kanälen!!! Wie eine Invasion verbreitet sich gerade der Trend des Color-Blocking Pullover mit V-Einsatz.

Zu Beginn dachte ich, ich komme um diesen Trend herum…aber denkste! Ich hab mich davon auch anstecken lassen und komme aus der Pullover-Produktion gar nicht mehr heraus!
Man kann außerdem super Stoffreste verwerten und sich kreativ in der Kombination von Farben und verschiedenen Stoffarten austoben.

Aber das Beste dabei ist: diesen Pullover kannst du dir super easy OHNE SCHNITTMUSTER nachnähen. Und wie das geht, zeige ich dir in diesem Tutorial! Auf die Pullis, fertig, LOS!!

Welche Stoffe eignen sich besonders gut für den Color-Blocking-Pullover:
  • Sweatstoff
  • French Terry
  • Steppstoff
  • Nicki
  • Fleece
  • Romanit Jersey
  • dehnbare (etwas dickere) Stoffe
Welches Material benötigst du:
  • deinen Lieblingspulli, mit einem lockeren Schnitt (keine Sorge, dein Pulli dient nur als Vorlage und wird nicht kaputt gehen!)
  • Stoff, 2x die Länge + Zugaben und die Länge der V-Einsätze (der Stoff sollte möglichst breit liegen, da die Ärmel an das Vorder- und Rückenteil angeschnitten sind. 160 cm wären ideal, bei schmalerer Stoffbreite reicht es eventuell nur für 3/4 Ämel oder alternativ können Bündchen angenäht werden.)
  • Zeitungspapier oder Schnittmusterpapier
  • Geodreieck oder Lineal
  • Passendes Nähgarn
  • Schneider– und Papierschere
  • Stecknadeln
  • Nähmaschine (und am besten eine Overlock)
  • Schneiderkreide
  • Bügeleisen
benötigtes Material
Schritt 1: Pulli zusammen stecken

Lege deinen Lieblingspulli auf die Hälfte zusammen und stecke ihn sorgfältig mit Stecknadeln zusammen.

Schritt 2: Abzeichnen

Nun legst du deinen Pulli auf das Papier und zeichnest die Umrisse rings herum ab.

Schritt 3: Ausschnitt anzeichnen

Zeichne den vorderen tiefsten Punkt des Ausschnittes an und verbinde ihn durch eine schöne Rundung mit dem seitlichen Ausschnittpunkt.

Schritt 4: Stoffbruch und Fadenlauf einzeichnen

Wenn du deinen Schnitt fertig auf das Papier übertragen hast, zeichne den Stoffbruch und den Fadenlauf ein.

Schritt 5: V einzeichnen

Setze eine Markierung auf dem Ärmel ca. 25 cm entfernt vom Halsausschnitt. Danach misst du die Strecke von 28 cm vom vorderen Halsausschnitt nach unten ab und verbindest diese Linie mit der zuvor markierten Stelle auf dem Ärmel.

Trage nun ca. 8 cm von diesen beiden Markierungen sowohl am Stoffbruch als auch am Ärmel nach Oben ab und verbinde diese Punkte miteinander.

Du kannst das V natürlich auch nach deinen eigenen Maßen einzeichnen. Ich zeige dir hier nur meine Variante, bei der mir die Position und die Steigung gefällt.

Schritt 6: Schnittmuster ausschneiden

Du schneidest alle Schnitteile inklusive dem V-Einsatz aus. Den Halsausschnitt schneidest du entlang des hinteren Ausschnittes aus. Was mit dem vorderen Ausschnitt passiert siehst du im nächsten Schritt.

Schritt 7: Vorderer Halsausschnitt einschneiden

Da du für das vordere und hintere Teil mit Halsausschnitt nur ein Schnittteil hast, schneide es entlang des vorderen Ausschnitts in kleine Stücke. Diese kannst du abklappen, wenn du das vordere Halsausschnittteil zuschneidest.

Schritt 8: Zuschnitt

Schneide alle Schnittteile 2x im Stoffbruch und Fadenlauf zu. Gib dabei jeweils noch eine Nahtzugabe von 1,5 cm hinzu.

Schritt 9: V-Schnittteile versäubern

Versäubere mit der Overlock oder dem Zickzackstich deiner Nähmaschine alle Schnittteile, die zu dem V-Einsatz gehören.

Schritt 10: V-Einsatz zusammennähen

Nähe nun die einzelnen Schnitteile zusammen. Stecke dazu die Stoffe rechts auf rechts zusammen, so dass sich die Spitzen treffen. Beginne an der Seite in Richtung der Spitze des V-Einsatzes zu nähen und vernähe dort.

Nun steckst du die zweite Seite des Einsatzes aufeinander und nähst wieder von der Seite genau bis zur Spitze.

Gehe so mit all deinen Schnittteilen vor und bügle anschließend alles.

Schritt 11: Pullover zusammennähen

Lege Vorderteil und Rückenteil rechts auf rechts aufeinander und nähe es zusammen (am besten gleich mit der Overlock). Achte darauf, dass der Einsatz am Ärmel vorne und hinten schön aufeinander trifft. Stecke dir Quernadel, damit nichts verrutscht.

Schritt 12: Bündchen annähen

Wie du den Abschluss der Ärmel gestaltest bleibt dir überlassen. Du kannst den Saum einfach umbügeln, versäubern und mit der Zwillingsnadel festnähen oder Bündchen anbringen. Ich habe mich für die Variante mit Bündchen entschieden.

Messe mit einem Maßband locker um dein Handgelenk, wie es für dich angenehm ist. Bei mir soll das fertige Bündchen eine Länge von 17,5 cm haben und 5 cm breit sein.

Du schneidest nun zwei Bündchen mit der doppelten Breite + 3 cm Nahtzugabe und deiner gewünschten Länge + 2 cm Nahtzugabe zu.
Meine zugeschnittenen Ärmelbündchen haben die Maße von 13 x 19,5 cm.

Die kurzen Kanten steckst du jetzt rechts auf rechts zusammen und nähst sie zusammen (am besten mit der Overlock, es geht aber auch mit Gradstich), sodass ein Ring entsteht.
Den Ring wenden und halbieren, dass nun die linke Stoffseite innen liegt.

Damit das Annähen der Bündchen später einfacher ist und nichts mehr verrutscht, kannst du den Ring mit einem Gradstich zusammensteppen.

Kürze den Ärmel auf die richtige Länge. Am besten probierst du den Pulli an und steckst dir die Länge +1 cm Zugabe ab, an der das Bündchen angenäht werden soll.

Unterteile sowohl die Bündchen als auch deine Ärmel in je vier gleich große Teile.

Nun stülpe die Bündchen über die Ärmelenden und stecke das Bündchen so fest, dass die vier Teile des Bündchens mit den vier Teilen des Ärmels überein stimmen. Dehne das Bündchen und verteile es schön gleichmäßig und nähe es mit der Overlock an.

Schritt 13: Halsausschnitt fertigstellen

Lege deinen Pulli flach auf den Tisch und messe mit dem Maßband die Rundung des Halsaussschnitts, sowohl am Vorder- als auch am Rückenteil. Tipp: Stelle das Maßband senkrecht auf, dann kannst du besser um die Rundung messen.

Die Halsausschschnittblende wird kürzer zugeschnitten als das gemessene Maß des Ausschnitts, denn sie wird beim Nähen gestreckt, bis sie an den Ausschnitt passt. Nur so kann der Ausschnitt nachher schön am Hals anliegen und steht nicht ab.

Als Faustregel gilt :

  • bei Bündchenware Halsumfang x 0,7
  • bei Jersey Halsumfang x 0,8

Das Halsbündchen muss doppelt so breit zugeschnitten werden wie das fertige Bündchen + 3 cm Nahtzugabe.

Stecke die kurzen Kanten wie bei den Ärmelbündchen wieder rechts auf rechts zusammen und steppe den Ring zusammen. Wende den Ring auf rechts und halbiere ihn, dass die linke Seite komplett innen liegt. Unterteile den Ring wieder in 4 gleich große Teile.

Lege das Bündchen so auf den Halsausschnitt, dass die Schnittkanten bündig sind. Die Naht des Bündchens wird zuerst an der hinteren Mitte festgesteckt. Die vordere gegenüberliegende Seite steckst du an de vordere Mitte des Halsaussschnitts.
Da der Halsausschnitt vorne weiter ist als hinten und vorne mehr Stoff benötigt wird, stecke die beiden Seitenmarkierungen knapp vor den Schulternähten fest. Verteile den Rest des Bündchens gleichmäßig zwischen den Markierungen und stecke es fest.

Damit beim nähen nichts verrutscht, hefte den Ausschnitt von Hand fest. Nun nähst du mit der Overlock den Halsausschnitt fest.

Das Bündchen nach oben klappen und die Naht nach unten in den Pulli bügeln.

Schritt 14: Saum fertigstellen

Stecke den Saum in deiner gewünschten Länge ab, versäubere ihn mit der Overlock und steppe ihn mit der Zwillingsnadel fest (oder verwende deine Coverlock, falls du eine hast).

Und fertig ist dein Color-Blocking-Pulli!

Ich hoffe, dir hat meine Nähanleitung gefallen. Schreib mir doch gerne in die Kommentare, besonders wenn du Fragen, Anregungen oder Kritik hast.

Ich würde mich freuen, wenn du deinen Pollover unter dem Hashtag #diycolorblockingpulli und #schnittelement teilst.

Viel Spaß bei Nähen!

Deine

Hi, ich bin Madeleine

der kreative Kopf hinter schnittelement. Ich komme aus dem schönen Südschwarzwald und wohne aktuell in meiner Wahlheimat Freiburg. Auf diesem Blog dreht sich alles um das Thema Nähen und DIY. Ich freue mich so sehr, dass du den weg hier her gefunden hast und mich auf meiner kreativen Reise begleitest.

Deine  Madeleine




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6 Kommentare

  1. Katharina Dunjic-Leeb

    Hallo. Ich bekomme das mit der Spitze einfach nicht hin. Wenn ich die farbigen Teile zusammennahe habe ich beim spitz immer Falten drinnen. Habe es auch schon von innen nach außen probiert. Hast du einen Tipp? LG Kathi

    Antworten
  2. Madlen

    Ich habe noch einen Tipp für die Spitzen: damit sich beim Nähen der Spitzen nichts verzieht, verstärke ich das ganze mit einem kleinen Stück Vlieseline.

    Antworten
  3. Madlen

    Hallo Katharina, dieses Problem hatte ich anfangs auch. Mein Trick: zuerst verstärke ich alles mit einem leichten Stück Vlieseline (z. B. F 180) und dann schneide ich die Mitte in der Nahtzugabe bei beiden Teilen ein kleines Stück ein. Dann stecke ich mir zwei Nadeln über Kreuz an der eingeschnittenen Stelle vom Unterteil fest. Das ist der Punkt, bis wohin genäht wird. Die Nadel dann im Stoff stecken lassen und Stoff drehen, Falten ausstreichen, feststecken und weiternähen. Dann müsste es klappen!

    Antworten
  4. Dana

    Das ist ja eine tolle Anleitung. Werde ich bei Gelegenheit auch mal ausprobieren!

    Antworten
  5. Manuela Hoss

    Hallo Madeleine,
    vielen Dank für die tolle Anleitung. Meine Tochter ist total begeistert! Ich werde ein Bild auf instagram posten!
    Unter deinen hashtags!
    Liebe Grüße
    von der Manu

    Antworten
    • Madeleine

      Liebe Manu,
      das freut mich sehr verlinke mich auch gerne direkt auf deinen Bild mit @schnittelement.de, damit ich es auch auf jedenfall finden kann. Ich bin schon ganz neugierig auf den Pulli❤️ Liebe Grüße Madeleine

      Antworten

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